Teilhabe für alle? Inklusion vor Ort – Gesprächsrunde mit hochrangigen Politikern und Betroffenen
Interessante „Podiumsdiskussion“ im Haus der KiTa Lummerland e.V. in Balzfeld am Dienstagabend, deren Träger der Kinderschutzbund Wiesloch ist und die Stadt Wiesloch hier wieder einmal große Verantwortung in Sachen Inklusion lebt.

Eine Stunde hochkarätiger Gäste reichte fast nicht aus zu diesem Thema. Wir sind der Einladung von Prof. Dr. Lars Castellucci MdB und der Betreiberin der KiTa Alexandra Janson gefolgt, Danke dafür.
Themenbezogen waren kompetente Politiker als auch „Betroffene“ zu Wort gekommen. Unter den interessierten Zuhörern waren unter anderem Bürgermeister Ludwig Sauer aus Wiesloch, Bürgermeister Frank Werner aus Angelbachtal, Ortsvorsteher Harald Seib aus Horrenberg und eine große Anzahl Interessierter, auch zu dem Thema Betroffener.
Im Obergeschoss des ehemaligen Pfarrhaus hatte man die Räumlichkeiten für den Besuch vorbereitet. Die Hausherrin Alexandra Janson begrüßte die Anwesenden und gab das Wort direkt an Prof. Dr. Lars Castellucci, MdB weiter, der ebenfalls einen „Herzlichen Willkommensgruß“ an das Auditorium richtete.
Er moderierte auch den Abend und erklärte dabei auch seine Aufgabe im Bereich Inklusion im Deutschen Bundestag.
Nun zu den „Protagonisten“ der Gesprächsrunde, die aus der Politik waren: Jürgen Dusel, Beauftragter der Bundesregierung für die Belange von Menschen mit Behinderungen, dem Sozialdezernenten des Rhein-Neckar-Kreises Fabian Scheffczyk, sowie Hermine Bludovsky als „Betroffene“ und Doreen Burkhart deren Assistenz auf ihrem Ausbildungsweg.
Lars Castellucci gab Hermine B. zunächst die Gelegenheit ihren Weg zum Bildungsabschluss Abitur darzulegen, wobei es bereits in der Grundschule zu Diskussionen gab, ob sie an einem „normalen“ Schulalltag teilnehmen könne. Bereits im Grundschulalter begann der schwere Weg für die junge Frau. Die Zielstrebigkeit durch viel hemmender Bürokratie und Vorurteilen hat sich im Nachhinein gelohnt, sieht man am Erfolg der Hartnäckigkeit!

Danach hatte ihre Assistentin Doreen B. das Wort und zeigte so die besondere Situation auf. Eine solche spezifische “Begleitung” sei allein aus Kostengründen nicht grundsätzlich möglich!
Nun kam die Politik zu Wort und zeigte in Form von Zahlen auf, wie die finanzielle Lage in Bezug auf Förderung und Inklusion aussieht. Die Kostensteigerung sei enorm in den vergangenen Jahren gewesen. Von 100 Millionen zu derzeit 160 Millionen Euro, also eine Steigerung von 60% und das reiche bei Weitem nicht aus.
Sparen, also Ausgaben reduzieren, auf wessen Kosten ginge das? Personal, das entsprechend ausgebildet sein muss ist rar und ist daher ein erheblicher Kostenfaktor. Steigende Energiekosten, Lebenshaltung und nicht zuletzt die Situation im sozialen Bereich seien in den vergangenen Jahren ins „unermessliche“ gestiegen. Die Bürokratie bremst dabei nicht unerheblich, so Jürgen Dusel. Fabian Scheffczyk aus dem Rhein-Necker-Kreis, meinte es sei nur durch weitreichende Reformen in den Griff zu bekommen. Es schien uns eine gewissen Ratlosigkeit zu herrschen.
Wichtig ist es aber, dass man sich vor Ort ein Bild machen konnte, wie es mit wenigen Mitteln aber einer gehörigen Portion Bürgerinitiative, eine akzeptable Lösung zu finden gibt!
Wie bereits eingangs bemerkt, war eine Stunde zu wenig, um dieses prekäre Thema näher zu beleuchten. Abschließend, so hoffte man, dass dieser Abend nicht ohne Wirkung in Berlin verhallt.
Eigentlich sollte noch Stimmen aus dem Zuhörerkreis gehört werden, dazu kam es nicht.

Dafür hatte man sich in Gesprächen am Anschluss bei einem Imbiss und einem Getränk noch austauschen können.
Damit ist aber das Thema nicht abgeschlossen und wir sicher in Zukunft noch oft Gesprächsthema sein.
Unser Fazit: Es kann nur durch grundlegende Änderungen von der Basis im gesamten Bildungs- und Sozialsystem eine adäquate Lösung geben, Nicht nur die jungen Mitbürgerinnen und Mitbürger haben ein Recht auf Inklusion. Die derzeitige Zahl an behinderten Menschen liegt in der Bundesrepublik Deutschland bei rund 13 Millionen und es werden sicher nicht weniger, betrachtet man die Lebenserwartung die von Jahr zu Jahr steigt!
Interessante Einblicke von beiden Seiten, haben das immer aktuelle Thema auf direktem Weg aufgezeigt. Vielleicht findet man eine annehmbare Lösung, nicht heute aber möglichst bald!
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